| NEWS
ABSOLVENTEN
BERICHTEN
Consulting im Spannungsfeld zwischen Mensch und
Natur
Absolventenprofil:
Dr. Martin Mautner Markhof
In dieser Ausgabe des Agrarjournals möchten
wir Ihnen einen Absolventen der Universität
für Bodenkultur vorstellen, der sicherlich
einen recht außergewöhnlichen beruflichen
Werdegang vorweisen kann. – Kollege Dr.
Martin Mautner Markhof führt heute das international
agierende Beratungsunternehmen „AGROSERVICE“
an. Dr. Mautner Markhof meldet sich bei uns aus
Sarajevo, wo er zu Anfang als wirtschaftspolitischer
Berater des internationalen Bosnienbeauftragten,
Dr. Wolfgang PETRITSCH mit Schwerpunkt Land-,
Forst- und Wasserwirtschaft tätig war; seit
Ende Mai übt er diese Funktion für den
neuen Hohen Repräsentanten Paddy Ashdown
aus. Nur einige Stationen des bisherigen Werdeganges:
Dr. Martin Mautner Markhof, geb.: 1958, 43 Jahre
• 1977–1983 Studium der Agrarökonomie,
BOKU
• 1987 berufsbegleitende Dissertation –
Afrikanische Kompensationsgeschäfte;
• Zivildienst auf einem Bauernhof;
• Pharmabranche-Training bei BIOCHEMIE (Sandoz);
• Verschiedene Marketing- und Sales-Managementpositionen
im Bereich Saatgut; Speisefette u. Öle; national
und international;
• CENTRO Internationale Handelsbank u.a.
Koordination und Projektfinanzierung in Entwicklungsländern;
• 1990–1991 Leiter der Sparte Nahrungsmittelindustrie
der AGRANA Marketing GmbH;
• 1991 Gründung der Unternehmensberatung
„AGROSERVICE“, Schwerpunkt Marketing
und Projektmanagement; www.agroservice.com
• seit 2001 UN-Berater in Bosnien und Herzegovina
Veröffentlichungen:
• Austrian Structures in Agriculture and
Agribusiness/GAÖ – Dr. Mautner Markhof
ist Mitglied der Österreichischen Gesellschaft
für Agrarökonomie
• Richtlinien für die Organisation
landwirtschaftlicher Produktionsgemeinschaften,
ERNTE Verband
• Management Handbook for the Marketing
of Fresh Palestinian Agricultural Produce/SAAR,
Jerusalem – Wien 1996
• Agricultural Cooperatives in the Reconstruction
of Bosnia and Herzegovina 2002
Vernetztes
Denken als Grundanforderung
In kaum einer anderen Disziplin ist vernetztes
Denken so wichtig wie in der Beratung im Spannungsfeld
zwischen Mensch und Natur. Ganz besonders dann,
wenn man nicht nur lokale ökonomische und
ökologische Gesichtpunkte unter bekannten
Strukturen analysieren möchte, sondern wenn
man das auch in Krisenregionen oder in vorerst
fremden Ländern mit großen Entwicklungsrückständen
versucht. Die Berücksichtigung politischer
Machtverhältnisse sowie das Verständnis
für die soziale Befindlichkeit der Menschen
ist deshalb bei der Arbeit eine Grundanforderung.
Anhand einiger umfangreicher Projekte zeigt er,
dass nachhaltige und ökologisch sinnvolle
Entwicklungskonzepte auch ökonomisch sehr
sinnvoll umgesetzt werden können.
Ratschläge
an junge Kollegen
Unter den genannten Umständen muss man verständlicherweise
sehr flexibel sein. „Das Studium sollte
möglichst rasch abgeschlossen werden, kein
Aufbaustudium oder Doktorat anhängen. Erfahrungen
als Eisverkäufer auf der Straße können
mehr wert sein als ein abgeschlossenes Doktorat.“
Fremdsprachen sind nicht nur für Hrn. Dr.
Mautner Markhof heute eine Notwendigkeit. Er spricht
sehr gut Englisch und Französisch und „so
recht und schlecht“ Spanisch. Er empfiehlt
jungen Kolleginnen und Kollegen sich möglichst
früh gutes Englisch anzulernen. Zusätzlich
wären aus seiner Sicht Kenntnisse in Spanisch,
eine Ostsprache oder Arabisch sinnvoll. Schneidert
man in der Beratung optimierte Konzepte, so ist
auch jedenfalls Grundwissen im Bereich Betriebswirtschaft/Finanzierung
notwendig. Dass gängige Software heute die
notwendige Basis für Datenaufbereitung darstellt,
sei der allgemeinen Vollständigkeit halber
erwähnt. Hr. Mautner Markhof bewirtschaftet
eine Land- und Forstwirtschaft im Wienerwald.
Die damit verbundene Praxiserfahrung ist für
Ihn sehr wichtig. Er meint „Hände weg
von reinen Theoretikern“, der reale Bezug
zur eigentlichen Arbeit muss immer vorhanden sein.
Social
Capital
„Legen Sie früh eine Datenbank mit
Kontakten an“, empfiehlt Dr. Mautner Markhof.
„Ein berufliches und privates Netzwerk an
Berufskollegen und Vertretern fachverwandter Bereiche
kann Ihnen Zugänge zu Hintergrundinformation
verschaffen, die wesentlich dazu beitragen können,
dass Zusammenhänge besser verstanden werden.“
– Es können sich dadurch viele neue
Möglichkeiten eröffnen.
Visionen
in der Beratung
„Eine Öffnung des österreichischen
Marktes. Jeder Bauer sollte einen Beratungsscheck
bekommen, den er überall einlösen kann:
bei privaten Beratern ebenso wie bei den Bauernkammern.
Ich wünsche mir auch eine ost-erweiterte
EU; eine EU, die Agrarexporte nicht mehr subventioniert
und dadurch Landwirtschaften wie beispielsweise
Bosnien und Herzegowina nicht noch mehr in Bedrängnis
bringt.“ Freilich kann die Palette an unterschiedlichsten,
vor allem internationalen Projekten, die Hrn.
Dr. Mautner Markhof als sehr vielseitigen und
zugleich kompetenten Manager ausweisen, in diesem
Bericht nicht annähernd ausreichend beschrieben
werden. Näher interessierten Leserinnen und
Lesern empfehlen wir deshalb einen Besuch der
website: www.agroservice.com.
Wir wünschen Herrn Dr. Mautner Markhof weiterhin
viel Erfolg!
Michael
Wurzer, Agrar Journal Nr. 2/Jahrgang
2002
DER STANDARD, 17. Juni 1999
CONSULTING
Nachhaltige Beratung in der Dritten Welt
Hilfe zur Selbsthilfe: Die Verbindung von Ökonomie
und Ökologie prägt die Entwicklungszusammenarbeit
Manfred Lechner
Die österreichische Entwicklungszusammenarbeit
unterstützt ein Projekt zur nachhaltigen
Nutzung des Regenwaldes in Nicaragua. Jedes Jahr
zur Trockenzeit brennen große Teile des
Baumbestandes in Lateinamerika ab, da die stark
wachsende Bevölkerung den Platz häufig
aus Unwissenheit für sich und ihre Rinderherden
beansprucht. Gemeinsam mit der Entwicklungszusammenarbeit
bemüht sich das Wiener Consulting-Unternehmen
Mautner Markhof Agroservice dies nicht nur zu
verhindern, sondern die Bedingungen für die
dort lebenden Menschen zu verbessern.
Erstmals
kam Martin Mautner Markhof als Konsulent für
Agrarprojekte in Palästina mit Entwicklungsarbeit
für die Dritte Welt in Berührung. Daraus
wuchs sein Interesse, und er bewarb sich Ende
1997 als Projektträger für das nicaraguanische
Vorhaben: Durch eine nachhaltige Forst- und Landwirtschaft
soll bescheidener Wohlstand erlangt werden. Ein
wichtiges Mittel zur Zielerreichung ist ein im
Südosten Nicaraguas, in Boca de Sabalos,
in Sichtweite der Grenze zu Costa Rica gelegenes
Sägewerk, das nach ökonomischen und
ökologischen Gesichtspunkten geführt
wird.
Ernten
statt roden
Im
Gespräch mit dem STANDARD erzählte Martin
Mautner Markhof, daß die dort ansässige
Bevölkerung sehr verwundert war, als sie
merkte, daß Holz einen Rohstoff darstellt,
mit dem sich Geld verdienen läßt. Längerfristig
gesehen kann sich aus dem Umdenkprozeß,
der durch das Bezahlen des Holzes eingeleitet
wurde, eine neue Art des Umgangs mit dem Regenwald
in dieser Region ergeben. Denn wer verbrennt schon
seine Schätze, wenn er daraus jedes Jahr
ein zwar geringes, aber sicheres Einkommen erzielen
kann?
Weite
Teile Nicaraguas fielen bereits der Brandrodung
zum Opfer und sehen heute wie schlechtgepflegte
Rinderweiden aus. Folgen wie Bodenerosion und
Verlust der Fruchtbarkeit sind aus vielen Gegenden
der Dritten Welt bekannt. Für die nachhaltige
Nutzung des Regenwaldes arbeitet Mautner Markhof,
Absolvent der Wiener Universität für
Bodenkultur, mit "seiner" Universität
zusammen. Doch die Schwierigkeiten liegen heute
beispielsweise auch darin, staatliche Lizenzen
zeitgerecht zu bekommen. In diesem Zusammenhang,
wäre es durchaus möglich, daß
einige Beamte meinen, sich durch Verschleppung
etwas dazu verdienen zu können.
Zur
Zeit wächst in dieser Gegend noch viel mehr
Holz nach, als geschlägert werden kann. Letztes
Jahr aber waren die Trockenzeiten zu kurz, deshalb
konnte die Holzernte nicht im geplanten Umfang
durchgeführt werden. Darüber hinaus
will man die Bevölkerung auch mit der umweltverträglicheren
Schweinezucht bekannt machen.
Das
von Martin Mautner Markhof geführte Unternehmen
ist aber nicht nur in der Dritten Welt aktiv.
Er kümmert sich auch um die Vermarktung von
Produkten österreichischer Weingüter
und von Nahrungsmittelunternehmen. Und EDV-Lösungen
für die Schweinemast finden sich ebenfalls
in seiner Angebotspalette. Die seit viereinhalb
Jahren laufende Beratertätigkeit zur Ankurbelung
des Absatzes der Weine von den Niederösterreichischen
Meisterwinzern in Deutschland findet in der erfreulichen
jährlichen Verdoppelung der Umsätze
ihren Niederschlag. Zweimal im Jahr beackert er
mit einem Winzer vor Ort den deutschen Fachhandel.
Als
Berater verdient Martin Mautner Markhof zwar sein
Geld, doch die Leidenschaft für die Landwirtschaft
ist mehr als eine bloß professionelle Beziehung.
So entert er immer dann, wenn sich ihm eine Gelegenheit
bietet, einen Traktor und fährt damit aufs
Feld zum Pflügen. Das kann er nämlich
auch.
SOSMADERA
Cia. Ltda.
En
el Sureste de Nicaragua cerca de la Reserva del
Bosque Húmedo "Indio Maíz",
exactamente en Boca de Sabalos, se construyó
en 1984 un pequeño aserrío para
la explotación de madera, materia prima
local. El aserrío está situado directamente
al lado del río Sán Juán.
El
equipo del aserrío fue financiado por la
Cooperación Austríaca para el Desarrollo.
El aserrío - de un nivel técnico
relativamente alto y de una capacidad máxima
de transformación bruta de 5.000 m3 por
año – dispone de una sierra de cinta
horizontal de dos lados Lindner de Villach y de
una sierra de cinta vertical Kopper. El nivel
de mecanización no es muy elevado, es decir
no existe ni entrada mecanizada de las tucas ni
cintas de transporte automático.
La
capacidad de almacenar y el abastecimiento en
energía están garantizados y dentro
de poco se terminará el drenaje del depósito
de las tucas. El aserrío tiene también
una pequeña carpintería con un secadero,
una cepilladora y una machimbradora.
Como
SOSMADERA cuenta sólo con su propia zafra
maderera hay un parque de maquinaria adaptado,
es decir dos Caterpillars D6D con winche, Franklin
Skidder, dos grandes camiones de madera y dos
cargadoras entre otros. La zafra hay que prepararla
con gran diligencia porque se tiene que efectuar
en la breve temporada seca, es decir dentro de
los dos meses de marzo y abril.
Cumpliendo
las disposiciones medio-ambientales de la Oficina
del Medio Ambiente INAFOR, la capacidad de producción
de los recursos forestales en la zona del Proyecto
parece suficiente y las regiones actuales de extracción
se encuentran a 50 km del aserrío.
Desde
hace dos años MAUTNER MARKHOF AGROSERVICE
apoya y capacita con un especialista el management
local; esta asistencia podría continuar
después de la finalización del Proyecto
en un marco más restringido.
Ahora
nos dirigimos a inversores que tienen interés
en la adquisición de la mayor parte de
esta empresa y que quieren invertir – a
parte de sus fondos – también sus
conocimientos.
Para
más información diríganse
al Dr. MARTIN MAUTNER MARKHOF agroserv@magnet.at,
teléfono 0676 3476 007.
|